Der Zeichenbegriff der strukturalistischen Sprachwissenschaft
Ist das Zeichen erst einmal zur Konvention geworden, bleibt es fest zugeordnet. Zeichen für die Kommunikation zwischen menschen bedürfen der "Verabredung", einer Konvention. Beliebig bedeutet hier nicht, dass jede Person frei einen Signifikanten für ein Signifikat aussuchen kann, sondern dass die ursprüngliche Festlegung eines Zeichens unmotiviert ist. Das Lautbild ist auch etwas Gedachtes (also ein 'psychischer Eindruck' und nicht die physikalische Schallwelle), da man für sich selber eine Lautfolge gedanklich "aussprechen" kann, ohne die Lippen zu bewegen. Das Bezeichnete entspricht einer Vorstellung oder einem Konzept, das Bezeichnende ist ein Lautbild.Nach Ferdinand de Saussure ist ein Zeichen die Beziehung (Verbindung) zwischen Bezeichnetem ('Signifié') und Bezeichnung (= 'Signifiant', Bezeichnendes). Der Zusammenhang zwischen Bezeichnetem und Bezeichnendem ist beliebig (arbiträr).
Betrachtungsprinzipien: Synchronie und Diachronie und ihre Unterscheidung, Bilateralität des Zeichens, Arbitrarität, Linearität, Konstanz (über individuell), Primat der gesprochenen Sprache.
Literatur
- Ferdinand de Saussure, Grundfragen der Allgemeinen Sprachwissenschaft; Erster Teil, Kapitel I, Die Natur des sprachlichen Zeichens, 1915.
- Umberto Eco, Semiotik. Entwurf einer Theorie der Zeichen, Wilhelm Fink Verlag, 1987.
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